Das Telefonat im Rahmen des Bewerbungsprozesses ist oft der erste direkte Kontakt zwischen Bewerbern und potenziellen Arbeitgebern. Es bildet eine kritische Schnittstelle, die einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen kann und manchmal über den Fortgang der Bewerbung entscheidet. In diesem Kapitel stellen wir uns der Herausforderung, wie man Telefonate im Bewerbungsprozess meistert – von der ersten Kontaktaufnahme bis hin zum telefonischen Vorstellungsgespräch.
Die Kunst des professionellen Telefonierens während der Bewerbung
Telefonieren in diesem Kontext verlangt nach einer speziellen Etikette und nach Vorbereitung, die sich von persönlichen Gesprächen unterscheidet. Tonfall, Klarheit der Aussprache und selbst das Timing des Gesprächs spielen eine entscheidende Rolle und müssen bedacht werden. Wir erläutern, wie Sie sich optimal auf das Telefonat vorbereiten, angefangen bei der Recherche über das Unternehmen bis hin zur Formulierung klarer und präziser Antworten auf potenzielle Fragen.
In diesem Kapitel werden Sie auch lernen, wie Sie häufige Fallen vermeiden, beispielsweise Über-Eagerness oder Passivität, und wie Sie stattdessen ein Gespräch führen, das Kompetenz und Professionalität ausstrahlt. Wir geben Tipps, wie Sie durch aktives Zuhören und gezieltes Nachfragen Interesse und Engagement demonstrieren können.
Des Weiteren behandeln wir, wie Sie den besonderen Herausforderungen von Telefoninterviews begegnen – eine Situation, in der Sie ohne die nonverbalen Hinweise eines Face-to-Face-Gesprächs auskommen müssen. Hierfür vermitteln wir Strategien, um die eigene Verbindlichkeit und Persönlichkeit auch über die Distanz spürbar zu machen.
Schließlich geben wir Ratschläge, wie Sie das Gespräch professionell beenden und welche Follow-up-Schritte Sie einleiten können, um in Erinnerung zu bleiben und Ihre Chancen zu verbessern. Nach der Lektüre dieses Kapitels werden Sie mit einem festen Verständnis und einem Werkzeugkasten voller Techniken ausgestattet sein, um Telefonate im Bewerbungsprozess zu Ihrem Vorteil zu nutzen.
Tipps für ein gelungenes Telefongespräch
Das Telefon ist ein entscheidendes Werkzeug im Bewerbungsprozess. Obwohl es manchmal als altmodisch angesehen wird, bleibt es ein unverzichtbares Mittel für persönliche Kommunikation, die im Rahmen der Jobsuche genutzt wird. Im Bewerbungsverfahren gibt es verschiedene Anlässe, bei denen ein Telefongespräch angebracht oder erforderlich ist.
Anlässe im Bewerbungsprozess, bei denen telefoniert wird:
Telefoninterview als „kleines Vorstellungsgespräch“
Ein Telefoninterview dient oft als erste Stufe des
Bewerbungsprozesses. Hier haben Arbeitgeber die Möglichkeit, einen ersten Eindruck von den Bewerbern zu gewinnen. Es ist in der Regel kürzer als ein persönliches Vorstellungsgespräch und fokussiert sich auf die grundlegenden Qualifikationen und die Eignung des Kandidaten für die Position.
Initiativanruf mit dem Ziel: gibt es eine Stelle, die zu mir passt
Proaktive Jobsuchende nutzen den Initiativanruf, um direkt nach vakanten Stellen zu fragen, die ihrem Profil entsprechen könnten. Dies zeigt Eigeninitiative und Interesse am Unternehmen.
Konkrete Aufforderung: offene Fragen zu einer Stellenanzeige
Sollten nach dem Lesen einer Stellenanzeige Fragen offen bleiben, ist es üblich, dass Bewerber per Telefon Kontakt aufnehmen, um zusätzliche Informationen zu erlangen.
„Nachtelefonieren“: Wie ist der Stand?, Wie geht es weiter?
Nach dem Versenden der Bewerbungsunterlagen oder einem Vorstellungsgespräch kann es sinnvoll sein, den Stand des Verfahrens zu erfragen. Dies demonstriert weiterhin das Interesse und kann dazu beitragen, den Bewerbungsprozess voranzutreiben.
Telefoninterview – 3 Phasen:
Vorbereitung des Gespräches
Eine sorgfältige Vorbereitung ist für den Erfolg des Telefoninterviews ausschlaggebend. Dies umfasst das Bereithalten aller relevanten Unterlagen, wie die Bewerbungsmappe, Notizen zur Firma, den Kalender und die eigenen Kontaktinformationen. Es ist ebenso wichtig, sich eine ruhige Umgebung zu schaffen, um Störungen und Hintergrundgeräusche zu vermeiden.
Telefonat
Während des Gesprächs ist es wichtig, eine angemessene Grundhaltung zu bewahren, was auch die Kleidung und den Ort einschließt. Eine aufrechte Körperhaltung und ein Lächeln können positiv auf die Stimme wirken. Es ist ratsam, sich ein Telefonskript vorzubereiten, das den Einstieg, eine Kurzvorstellung und den Gesprächsausstieg beinhaltet. Ferner sollten Sie auf eine klare und deutliche Aussprache achten und Füllwörter vermeiden.
Nachbereitung des Gespräches
Nach dem Gespräch sollten Sie reflektieren, wie es verlaufen ist und was Sie möglicherweise verbessern können. Ebenso sollten Sie das Ergebnis des Gespräches festhalten und die nächsten Schritte planen, wie zum Beispiel das Zusenden weiterer Unterlagen oder das Bestätigen eines Termins.
Schaffen Sie einen professionellen Rahmen!
DO’s
Störungen beseitigen, bevor das Gespräch beginnt.
Haben Sie alle notwendigen Unterlagen griffbereit?
Sind Sie in der Lage, Ihre Eignung für die Stelle kurz und prägnant zu kommunizieren?
Kennen Sie den Namen Ihres Gesprächspartners und können Sie Fragen stellen, die Ihre Auseinandersetzung mit der angebotenen Position und dem Unternehmen zeigen?
DON’Ts
Vernachlässigen Sie nicht die Tatsache, dass Ihre Körperhaltung Ihre Stimmung und damit auch Ihre Sprache beeinflusst.
Lassen Sie sich nicht von Nervosität übermannen.
Vermeiden Sie es, vom Thema abzuschweifen oder ironische und beiläufige Kommentare zu machen.
Das Telefonat im Bewerbungsprozess erfordert eine andere Art der Vorbereitung und Durchführung als persönliche Gespräche. Eine klare, fokussierte und professionelle Herangehensweise kann jedoch dazu beitragen, dass diese Telefonate einen positiven Beitrag zu Ihrer Jobsuche leisten.
